„Ich liebe die Sonne.“
Schon die ersten Strahlen des Morgens wecken mich.
Dann öffne ich meine Blüten und richte mein Gesicht dem Licht entgegen. Erst wenn der Abend kommt oder Regen in der Luft liegt, schließe ich mich wieder.
Ich liebe das Licht.
Vielleicht leuchten meine Blüten deshalb in so vielen warmen Gelb- und Orangetönen.
Manche Menschen sagen, ich sähe aus wie eine kleine Sonne.
Das gefällt mir.
Nicht, weil ich auffallen möchte.
Sondern weil ich Wärme schenken kann.
Seit Jahrhunderten holen mich die Menschen in ihre Gärten.
Ich wachse zwischen Gemüse und Kräutern, vor alten Häusern und hinter Klostermauern.
Dort gehöre ich einfach dazu.
Ich freue mich über jeden, der mich besucht.
Über die Wildbienen.
Über die Schwebfliegen.
Über die Käfer.
Und über die Menschen.
Vielleicht liegt genau darin mein Wesen.
Ich teile gern.
Meine Blüten.
Mein Licht.
Meine Wärme.
Je mehr Blüten du pflückst, desto mehr schenke ich dir.
Ich zähle nicht, was ich gegeben habe.
Ich blühe einfach weiter.
Als ich die Ringelblume kennenlernte…
Als mein Schafgarbenbalm entstanden war, überlegte ich, welche Pflanze als Nächstes folgen könnte.
Mir war wichtig, dass viele Menschen sie bereits kennen.
So fiel meine Entscheidung auf die Ringelblume.
Damals wusste ich noch nicht, dass aus dieser Entscheidung einmal eine ganz besondere Beziehung entstehen würde.
In ihrem ersten Sommer auf meinem Balkon musste sie einiges aushalten.
Große Hitze.
Trockenheit.
Zeitweise war ich überzeugt, sie würde sich davon nicht mehr erholen.
Ich begann zu gießen.
Ich schnitt die verblühten Blüten zurück.
Und wartete.
Dann erschienen die ersten neuen Knospen.
Kurz darauf die nächsten.
Heute schenkt sie mir den ganzen Sommer über immer neue Blüten.
Seitdem sehe ich sie mit anderen Augen.
Nicht nur als bekannte Gartenpflanze.
Sondern als eine Pflanze voller Kraft, Geduld und Großzügigkeit.
Eine Pflanze, die den Menschen treu geblieben ist
Schon ihr botanischer Name – Calendula officinalis – erzählt etwas über sie.
Calendula leitet sich vermutlich vom lateinischen calendae, dem ersten Tag eines Monats, ab. Weil die Ringelblume vom Frühsommer bis weit in den Herbst hinein immer wieder neue Blüten hervorbringt, schien sie den Menschen beinahe unermüdlich zu blühen.
Der Namenszusatz officinalis verrät, dass sie über viele Jahrhunderte einen festen Platz in Klostergärten und den frühen Apotheken hatte.
Anders als die Schafgarbe begegnet man der Ringelblume in Deutschland kaum in freier Natur.
Fast immer wächst sie dort, wo Menschen sie bewusst angesiedelt haben.
In Bauerngärten.
In Klostergärten.
Vor alten Häusern.
Vielleicht erzählt gerade das ihre Geschichte.
Die Menschen wollten sie in ihrer Nähe haben.
Nicht, weil sie selten war.
Sondern weil sie zu den Pflanzen gehörte, auf die man sich verlassen konnte.
Generation für Generation wurde sie weitergegeben, ausgesät und gepflegt.
Nicht aus Pflicht.
Sondern weil sie längst zur Familie gehörte.
Goldblume. Sonnenbraut. Ringelrose.
Die Menschen schenkten der Ringelblume viele Namen.
Goldblume.
Sonnenbraut.
Ringelrose.
Mancherorts nannte man sie sogar „solsequium“ – die der Sonne folgt.
Schon früh beobachteten die Menschen, dass sich ihre Blüten am Morgen öffnen und sich am Abend oder vor Regen wieder schließen.
Lange galt sie deshalb auch als Wetterbotin.
Ich mag diesen Gedanken.
Vielleicht haben die Menschen früher einfach genauer hingesehen.
Vielleicht besitzen Pflanzen eine Feinfühligkeit, die wir heute nur noch erahnen können.
Wie auch immer es gewesen sein mag – solche Geschichten erzählen davon, wie aufmerksam unsere Vorfahren die Natur beobachteten und wie eng sie mit ihr verbunden waren.
Seit Jahrhunderten geschätzt
Die Ringelblume gehört zu den ältesten und bekanntesten Garten- und Heilpflanzen Europas.
Über viele Generationen hinweg sammelten Menschen ihre leuchtenden Blüten, trockneten sie und legten sie in Öl ein. Daraus entstanden Salben und Pflegezubereitungen, die in kaum einer Hausapotheke fehlen durften.
Bis heute wird die Ringelblume besonders für die Pflege beanspruchter Haut geschätzt.
Mich berührt der Gedanke, dass sich über die Jahrhunderte vieles verändert hat.
Die Ringelblume aber ist geblieben.
Vielleicht liegt gerade darin ihre größte Stärke.
Auf meinem Balkon
Auch heute wächst die Ringelblume auf meinem Balkon.
Fast täglich entdecke ich neue Blüten.
Einige davon trockne ich sorgfältig.
Später lege ich sie meinen Paketen als kleinen Gruß bei.
Ich mag den Gedanken, dass die Ringelblume nicht nur meine Produkte begleitet, sondern auch die Menschen erreicht, die sie auspacken.
Vielleicht bleibt zwischen Seidenpapier und Tiegel eine kleine getrocknete Blüte zurück.
Eine Erinnerung daran, dass jede Pflanze einmal gelebt, geblüht und einen Sommer lang die Sonne eingefangen hat.
Aus einer Begegnung entstand ein Balm
Mein Ringelblumenbalm entstand zunächst aus dem Wunsch, eine Pflanze in mein Sortiment aufzunehmen, die viele Menschen kennen.
Heute bedeutet er für mich viel mehr.
Er erinnert mich an eine Pflanze, die mich überrascht hat.
An ihre Widerstandskraft.
Ihre Großzügigkeit.
Und an die Erkenntnis, dass wir manche Schätze erst dann wirklich entdecken, wenn wir ihnen Zeit schenken.
Für meinen Ringelblumenbalm verwende ich ein Mazerat aus sorgfältig ausgewählten Ringelblumenblüten, die ich eigens für die Herstellung einkaufe. So kann ich eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleisten.
In liebevoller Handarbeit entsteht daraus – gemeinsam mit wenigen ausgewählten Zutaten – ein wasserfreier Balm, schlicht und auf das Wesentliche reduziert.
🌼 Zum Schluss möchte ich dir noch etwas mit auf den Weg geben…
Wenn du der Ringelblume das nächste Mal begegnest, nimm dir einen Moment Zeit.
Schau dir ihre leuchtenden Blüten an.
Vielleicht entdeckst du, dass sie nicht nur Farbe in einen Garten bringt.
Sondern auch eine besondere Art von Wärme.
Eine Wärme, die nichts mit Temperatur zu tun hat.
Sondern mit dem Gefühl, dass die Natur oft großzügiger schenkt, als wir es erwarten.